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WHO REMPAN Zentrum Würzburg

 

Zur Internetpräsentation des WHO/REMPAN-Zentrums Würzburg

 

Seit Juni 2005 ist die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg das offizielle deutsche Kollaborationszentrum für medizinische Vorsorge und Hilfe bei Strahlenunfällen innerhalb des internationalen REMPAN (Radiation Emergency Medical Preparedness and Assistance Network) Netzwerks der Weltgesundheitsorganisation (WHO). 2009 und 2013 wurde die Akkreditierung des WHO REMPAN Kollaborationszentrums Würzburg für jeweils vier weitere Jahre verlängert.

Das WHO REMPAN Kollaborationszentrum Würzburg wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) etabliert und wird durch Drittmittel des BMU und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) gefördert.

Dem WHO REMPAN Netzwerk sind derzeit weltweit über zehn Kollaborationszentren und 20 sog. Liaison Institutionen angeschlossen. Mitglieder im WHO REMPAN Netzwerk sind international führende medizinische und Forschungseinrichtungen, die in unterschiedlichsten Bereichen des Strahlenunfallmanagements spezialisiert sind.

Zu den vorrangigen Aufgaben des WHO REMPAN Netzwerks zählen die Förderung der medizinischen Strahlenunfallvorsorge, Beratung und Unterstützung von WHO Mitgliedsstaaten im Falle von nuklearen oder radiologischen Notfällen und die Unterstützung bei Studien zur Nachsorge und Rehabilitation von Strahlenunfallpatienten.

Die 2013 mit der WHO neu vereinbarten Aufgaben, sog. Terms of Reference, des WHO Kollaborationszentrums Würzburg beinhalten:

  • Unterstützung bei der Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen zur Förderung der Strahlenunfallvorsorge
  • Fachliche Unterstützung beim Management radiologischer und nuklearer Unfälle
  • Wissensmanagement und Informationsvermittlung
  • Internationale Kooperation bei der medizinischen Vorsorge und Bewältigung von Strahlenunfällen

Aktuelle nationale Projekte des WHO Kollaborationszentrums Würzburg sind die Aktualisierung einer Krankenhausdatenbank durch jährliche, bundesweite Erhebungen zur Ermittlung der klinischen Behandlungskapazität und -kompetenz für Strahlenunfallpatienten und die Administration eines Web-basiertes Zuweisungssystems von Strahlenunfallpatienten an geeignete Kliniken. Ein vom WHO Kollaborationszentrum Würzburg entwickeltes Curriculum zur Fortbildung von Notärzten im präklinischen Strahlenunfallmanagement wurde in zwei Pilotkursen erfolgreich getestet und evaluiert. Der 3. Kurs wurde im März 2012 durchgeführt; weitere Kurse sind geplant.

Im internationalen Bereich ist das WHO Kollaborationszentrum Würzburg in Expertengruppen der WHO beratend tätig und Co-Editor des WHO REMPAN e-NEWSLETTER, der seit 2010 zweimal jährlich erscheint. In einem Kooperationsprojekt mit der weißrussischen Partnerinstitution ARNICA untersucht das WHO Kollaborationszentrum Würzburg in einer Machbarkeitsstudie das Brustkrebsrisiko nach Radioiodtherapie eines Strahlen induzierten Schilddrüsenkarzinoms bei Jugendlichen und jungen Frauen aus Weißrussland.

Kontakt:

REMPAN Team


4th International Seminar 16 – 17 June, 2016

Internationale Experten für Strahlenunfälle trafen sich in Würzburg - 2014

Was tun bei Reaktorkatastrophen und gesundheitsschädlicher Strahlenexposition? Drei Tage lang war Würzburg der Treffpunkt der Weltelite für das organisatorische und medizinische Management von Strahlenunfällen. Gastgeber war die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg.

Vom 7. bis 9. Mai 2014 fand in Würzburg die 14. internationale REMPAN-Tagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt. Das REMPAN-Netzwerk (Radiation Emergency Medical Preparedness Network) widmet sich der medizinischen Vorsorge und Behandlung bei Strahlenunfällen. Deutschland wird im REMPAN-Netzwerk seit dem Jahr 2005 durch ein an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg etabliertes Kollaborationszentrum vertreten. Auf Einladung dieser Einrichtung kamen aus 26 Ländern aller Kontinente knapp 100 Mediziner, Strahlenbiologen, Strahlenphysiker sowie Vertreter von Behörden und Organisationen an den Main.
Das dicht gedrängte wissenschaftliche Programm der dreitägigen Tagung sprach verschiedene Aspekte der organisatorischen Bewältigung von Strahlenunfällen und des medizinischen Managements von Gesundheitsschäden an. Darüber hinaus diente die Tagung auch dem Erfahrungsaustausch der Mitglieder von derzeit 19 REMPAN-Kollaborationszentren weltweit.

Schwerpunktthema Fukushima: Drei Jahre danach
Ein Schwerpunktthema bildete der jetzt drei Jahre zurückliegende Reaktorunfall von Fukushima. Die 16 Mitglieder starke japanische Delegation berichtete über aktuelle Untersuchungsergebnisse und Erkenntnisse zu den Gesundheitsfolgen für Bevölkerung, Ersthelfer und Arbeiter. Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Prof. Christoph Reiners, der das Würzburger WHO REMPAN-Kollaborationszentrum zusammen mit Dr. Rita Schneider leitet, fasst die zentralen Botschaften der japanischen Kollegen zusammen: „Derzeit kann festgestellt werden, dass es weder bei den Arbeitern auf der Anlage und den Ersthelfern, noch bei der Bevölkerung zu ernsthaften akuten strahlenbedingten Gesundheitsschäden gekommen ist. Besonderer Beobachtung im Rahmen von Vorsorgeprogrammen bedürfen allerdings diejenigen Arbeiter, die verhältnismäßig hohe Strahlendosen erhielten.“
Bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde im Vergleich zu Fukushima eine etwa zehnfach höhere Radioaktivitätsmenge freigesetzt. Hier kam es mit einer Latenzzeit von vier bis fünf Jahren bei Kindern der betroffenen Bevölkerung zu einem Anstieg von Schilddrüsenkrebs. „Im Gegensatz zu Tschernobyl wurden in Fukushima rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen, wie die Evakuierung der Bevölkerung und die Kontaminationskontrolle der Nahrung. Daher wird das Risiko für einen Anstieg von Schilddrüsenkrebsfällen bei japanischen Kindern derzeit als äußerst gering eingeschätzt“, berichtet Prof. Reiners. Dennoch habe Japan ein Vorsorgeprogramm für 360 000 Kinder aufgelegt, das Schilddrüsenveränderungen frühzeitig erkennen soll.

Stammzelltransplantation und Jodblockade

Weitere Tagungsthemen widmeten sich organisatorischen und technischen Fragen des Strahlenunfallmanagements sowie neuen Ansätzen bei der Behandlung von Strahlenunfallpatienten. Dabei ging es nicht nur um Reaktorunfälle, sondern auch um wesentlich kleinere und häufigere Strahlenunfälle in Industrie und Medizin. „Bei deren Therapie spielt die Stammzelltransplantation eine zunehmend bedeutende Rolle“, schildert Prof. Reiners.
Einen hohen Stellenwert nahm ferner die Aktualisierung der WHO-Empfehlungen für die Durchführung der sogenannten Jodblockade bei Reaktorunfällen ein. Darunter versteht man die vorbeugende Einnahme von stabilem, das heißt nicht radioaktivem Iod, um die Aufnahme von radioaktivem Iod in die Schilddrüse zu vermeiden und damit die Entstehung von Schilddrüsenkrebs zu verhindern. Die entsprechenden Leitlinien zur Prophylaxe werden derzeit unter der Federführung des Würzburger REMPAN-Kollaborationszentrum überarbeitet.
Laut Prof Reiners waren die Tagungsteilnehmer sehr angetan vom wissenschaftlichen Programm und begeistert von der Stadt Würzburg, der Universität und dem Universitätsklinikum.

Internationale Vertreter des REMPAN Netzwerk
Internationale Vertreter des REMPAN Netzwerk

22.03.11 / Beitrag 21.03.2011 | Beitrag TV-Touring "Menschen": Radioaktivtät: Gefahr, Chance und Nutzen - Zu Gast in Menschen: Nuklearmediziner Christoph Reiners

Prof. Reiners
Prof. Reiners

 

Im Zusammenhang mit dem Unfall im Kernkraftwerk in Fukushima, Japan, war Prof. Dr. Chr. Reiners, am 16.03.2011, Gast der Fernsehsendung "Menschen" bei TV-Touring. Im Gespräch mit Maria Saemann äußerte er sich zu seinem Engagement für Betroffene des Reaktorunfalls in Tschernobyl sowie über Risiken ionisierender Strahlung und deren Nutzen und Anwendung in der medizinischen Diagnostik und Therapie.

 

 

Tagungsbericht: Radiation Medicine in Research and Practice in der StrahlenschutzPraxis

 

In der Ausgabe StrahlenschutzPraxis (www.fs-ev.de), 17. Jahrgang 2011 - Heft 2/2011, erschien der Tagungsbericht vom 3. Internationalen REMPAN-Seminar am 03. - 04. Dezember 2010 in Würzburg.

Tagungsbericht als PDF


Prof. Bushmanov (Moskau) und Prof. Reiners am 03. Dezember 2011 bei dem 3. Internationalen Seminar "Radiation Medicine in Research and Practice" in Würzburg
Prof. Bushmanov (Moskau) und Prof. Reiners am 03. Dezember 2011 bei dem 3. Internationalen Seminar "Radiation Medicine in Research and Practice" in Würzburg